Irainman 70.3 Wiesbaden 2010 – Nichts für Angsthasen und Frostbeulen!

Um 13:43:52 komme ich endlich ins Ziel, mir ist kalt, die Beine schmerzen extrem. Was für ein Wettkampftag! Was für ein Rennen!

Doch von vorne: Der Ironman 70.3 Wiesbaden hat für mich bereits zwei Tage zuvor begonnen. Zusammen mit meiner Freundin und einigen (zum Teil auch startenden) Freunden sind wir bereits Freitags nach Wiesbaden angereist und konnten bis zum Rennmorgen eine perfekte Organisation, eine schöne Stadt und tolles Wetter genießen. Bei der Pastaparty am Freitag Abend, wie auch zum Bike-Check-In am Samstag waren es angenehme 22-26°C und Sonne pur, so dass man die Vorstartstimmung so richtig genießen konnte. Wettkampfbesprechung, Bike-Check-In, alles lief absolut reibungslos. Der Wettkampftag sah leider etwas anders aus.

Schon Morgens kündigten dunkle Wolken das Unheil an und als wir in der Wechselzone ankamen ging es so richtig los: Blitz, Donner und sintflutartiger Regen verwechselten die Wechselzone in eine einzige Pfütze. Blitz und Donner legten sich zwar zum Glück bis zum Start der Profis um 8 Uhr, der Regen sollte uns jedoch – mehr oder weniger stark – den ganzen Tag begleiten.

Um 8.35 Uhr ging es dann auch für mich los. Der Schiersteiner Hafen war mit seinen 22,4°C das Wärmste, was wir an dem Tag erleben sollten. Das Schwimmen lief zum Glück recht gut und nach der Wende – es geht 900 Meter geradeaus, Wende, 1000 Meter wieder zurück – hatte ich auch endlich ein paar Füße gefunden, die mich zurückzogen. Nach fast genau 31 Minuten war der erste Teil des Tages geschafft – für mich vollkommen zufrieden stellend! Nach einem schnellen Wechsel ging es dann auf den härtesten Part des Rennens. Die 90km Radstrecke in Wiesbaden ist mit geschmeidigen 1500 Höhenmetern „gespickt“. Und während einem bei „normalem“ Wetter wohl vor allem die Anstiege zu schaffen machen, waren es bei dem Wetter mindestens genauso sehr die Abfahrten. Die einzig flachen Kilometer der Radstrecke gibt es direkt zu Beginn. 8 Kilometer lang ist die Anfahrt zum ersten Berg der zunächst knapp 4 Kilometer leicht wellig verläuft und dann 4 Kilometer lang relativ konstante 7-9% Steigung zu bieten hat. Und auf der anderen Seite geht es durch enge Kurven mit Geschwindigkeiten von bis zu 70km/h – sofern man sich das bei dem Wetter zutraut – wieder ins Tal um direkt in den zweiten Berg zu fahren. Zwischendrin war der Regen teilweise so stark, dass es wahnsinnig auf der Haut geschmerzt hat, natürlich besonders in den schnellen Abfahrten!

Der letzte Anstieg der Radstrecke hat es dann noch mal besonders in sich. Zwar nur circa 700 Meter lang aber mit 10-12% Steigung wartet nach gut 70 Kilometern „The Hammer“, man kann sich zu dem Zeitpunkt des Rennens Schöneres vorstellen. Bevor es dann wieder ins Tal zurück nach Wiesbaden geht gibt es noch ein paar kleinere Hügel und dann kommt der an diesem Tag wohl unangenehmste Teil: Ab Kilometer 80 geht es mit Tempo 60 – 85 km/h ins Tal zurück nach Wiesbaden. Als ich in der zweiten Wechselzone angekommen bin, habe ich am kompletten Körper gezittert vor Kälte. Dennoch war bis hierher eigentlich alles nach Plan gelaufen. Die Radzeit von etwas mehr als 2:47 Stunden ist auf der Strecke nicht verkehrt und für eine Zielzeit von unter 5 Stunden hätte ich noch einen Halbmarathon in etwa 01:37 Stunden laufen müssen, was ich schon im Juni bei einer Mitteldistanz geschafft hatte.

Die Lauftrecke geht leicht profiliert 4 Runden durch den Wiesbadener Kurpark. Die erste Laufrunde lief auch noch voll nach Plan. Mit einem konstanten 04:30er Tempo und einem guten Gefühl lief alles prima und auch der Hungerast auf der zweiten Laufrunde konnte mit Cola erfolgreich bekämpft werden. Nicht aber das, was nach ziemlich genau der Hälfte der Laufstrecke begann: Krämpfe. Aus heiterem Himmel krampfte der linke Oberschenkel. Nach kurzem Dehnen ging die dritte Runde dennoch halbwegs ordentlich, in der vierten Runde war dann aber sprichwörtlich der Ofen aus. Ich musste mehr spazieren gehen als Laufen und habe so für die letzten 5,2 Kilometer geschlagene 32:30 Minuten gebraucht, was 9 Minuten länger bedeutet als in der ersten Laufrunde. Nach einer Halbmarathonzeit von insgesamt knapp 1:46 war ich froh nach 05:08:52 Stunden das Ziel erreicht zu haben!

Und nächstes Jahr? Ich glaube wieder Wiesbaden! Da ist noch eine Rechnung offen!!!

Fotos gibt es übrigens hier

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Dennis Th. @ 10:23

2 Antworten to “Irainman 70.3 Wiesbaden 2010 – Nichts für Angsthasen und Frostbeulen!”

  1. Dominik R sagt:

    Sehr gute Leistung, trotz Einbruch! Gratulation

  2. Max sagt:

    Glückwunsch. Nächstes Jahr wirds besser – ist ärgerlich. Nur nicht den Mut verlieren!

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